Cornerstone · Grundlagen

Immobilien als Kapitalanlage – der vollständige Überblick

Eine vermietete Immobilie ist kein Sparbuch mit Dach. Sie ist ein finanziertes Unternehmen im Kleinformat: mit Einnahmen, Kosten, Steuern und Risiken. Dieser Leitfaden erklärt jede dieser Größen.

  • Rendite korrekt berechnen
  • Finanzierung als Hebel verstehen
  • Risiken realistisch einordnen
Übersichtsaufnahme: Wohnstraße mit gepflegten Mehrfamilienhäusern aus leicht erhöhter Perspektive, klare Linien, Morgenlicht, ruhige Farbigkeit.
Einordnung

Was eine Kapitalanlage-Immobilie von der eigenen Wohnung unterscheidet

Bei der selbst genutzten Immobilie zählt, ob sie Ihnen gefällt. Bei der Kapitalanlage zählt, ob sie sich rechnet.

Andere Bewertungslogik

Nicht Ihr Geschmack entscheidet, sondern die Zahlungsfähigkeit künftiger Mieter am Standort.

Steuerlich relevant

Vermietung erzeugt Einkünfte nach § 21 EStG. Werbungskosten wie Zinsen und Abschreibung mindern das steuerliche Ergebnis.

Fremdkapital wirkt als Hebel

Die Rendite bezieht sich auf das eingesetzte Eigenkapital – der Hebel wirkt in beide Richtungen.

Problem

Die vier häufigsten Rechenfehler

Nebenkosten fehlen

Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch summieren sich in Hamburg auf rund 7,5 Prozent des Kaufpreises. Wer mit dem reinen Kaufpreis rechnet, rechnet zu gut.

Bruttomiete statt Nettomiete

Verwaltung, Rücklage, Instandsetzung am Sondereigentum und Mietausfallwagnis kosten regelmäßig 15 bis 20 Prozent der Kaltmiete.

Tilgung als Kosten verbucht

Tilgung ist keine Ausgabe im wirtschaftlichen Sinn, sondern Vermögensumschichtung. Sie fehlt in der Renditerechnung, nicht in der Liquiditätsrechnung.

Steuervorteil überschätzt

Ein steuerlicher Verlust bringt nur so viel, wie Ihr persönlicher Grenzsteuersatz hoch ist – und nur, solange er entsteht.

Konsequenz

Und was dagegen spricht

Ehrlichkeit gehört zur Beratung. Diese Punkte sollten Sie kennen, bevor Sie kaufen.

Geringe Liquidität

Ein Verkauf dauert Monate und kostet Nebenkosten. Kurzfristiger Kapitalbedarf lässt sich damit nicht decken.

Klumpenrisiko

Eine Wohnung ist ein einzelner Standort mit einem einzelnen Mieter. Streuung entsteht erst über mehrere Objekte.

Aufwand

Auch mit Verwaltung bleiben Abrechnungen, Beschlüsse, Steuererklärung und Entscheidungen bei Ihnen.

Zinsänderungsrisiko

Nach Ablauf der Zinsbindung kann die Anschlussfinanzierung teurer sein. Eine höhere Tilgung reduziert dieses Risiko.

Lösung

So rechnet man richtig

Fünf Größen, in dieser Reihenfolge.

Gesamtinvestition

Kaufpreis plus Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Courtage. Das ist Ihre Basis, nicht der Kaufpreis.

Nettomieteinnahme

Jahreskaltmiete abzüglich nicht umlagefähiger Kosten und eines Ansatzes für Mietausfall.

Bruttomietrendite und Nettorendite

Bruttomietrendite = Jahreskaltmiete geteilt durch Kaufpreis. Nettomietrendite = Nettomieteinnahme geteilt durch Gesamtinvestition. Nur die zweite Zahl ist aussagekräftig.

Liquidität pro Monat

Nettomiete minus Annuität plus oder minus Steuereffekt. Diese Zahl entscheidet, ob Sie das Objekt tragen können.

Ergebnis nach zehn Jahren

Restschuld, geschätzter Wert und kumulierte Liquidität – erst zusammen ergeben sie das Bild.

Was ist eine Kapitalanlage-Immobilie?
Eine Kapitalanlage-Immobilie ist eine Immobilie, die nicht selbst genutzt, sondern vermietet wird, um Mieteinnahmen zu erzielen und langfristig Vermögen aufzubauen. Erträge entstehen aus laufenden Mieteinnahmen, aus der Tilgung des Darlehens und aus einer möglichen Wertentwicklung.
Rendite-Kennzahlen im Vergleich – Beispielobjekt 300.000 € Kaufpreis, 10.800 € Jahreskaltmiete
KennzahlBerechnungErgebnisAussagekraft
Bruttomietrendite10.800 € / 300.000 €3,6 %Grobe Ersteinordnung, für Vergleiche ungeeignet
Nettomietrendite8.900 € / 322.500 €ca. 2,8 %Realistisch, weil Kosten und Nebenkosten enthalten
Kaufpreisfaktor300.000 € / 10.800 €27,8-fachMarktüblichkeit des Preises
Monatliche LiquiditätNettomiete − Rate ± SteuerindividuellEntscheidet über die Tragfähigkeit

Vereinfachtes Rechenbeispiel mit 7,5 % Kaufnebenkosten und 18 % nicht umlagefähigen Kosten. Keine Zusage und keine Prognose.

Vorteile

Warum Immobilien für viele funktionieren

Finanzierbarkeit

Keine andere Anlageklasse lässt sich für Privatpersonen in dieser Höhe fremdfinanzieren.

Der Mieter tilgt mit

Ein wesentlicher Teil der Rate wird aus Mieteinnahmen bedient.

Inflationsbezug

Mieten sind über Index- oder Staffelvereinbarungen und Anpassungen an die ortsübliche Vergleichsmiete an die Preisentwicklung gekoppelt.

Steuerliche Systematik

Zinsen, Abschreibung und Verwaltungskosten sind bei Vermietung Werbungskosten.

Steuerfreier Verkauf möglich

Nach Ablauf der Zehnjahresfrist ist der Veräußerungsgewinn bei privaten Objekten in der Regel nicht steuerpflichtig (§ 23 EStG).

Sachwert

Eine Immobilie behält einen Nutzwert, unabhängig von Kursnotierungen.

Warum CoGewinn

Warum CoGewinn

Vollständige Kalkulation

Zu jedem Objekt eine Rechnung über die volle Haltedauer, nicht nur eine Renditezahl.

Wir rechnen auch das Ausfallszenario

Leerstand, Zinsanstieg, Sonderumlage – jede Kalkulation enthält ein Stressszenario.

Objekt und Finanzierung zusammen

Beides entsteht gemeinsam, weil es zusammen funktionieren muss.

Wir raten auch ab

Wenn Ihre Situation gegen eine Immobilie spricht, sagen wir das im Erstgespräch.

Porträt des Beratungsteams im Hamburger Büro, natürliche Haltung, Tageslicht, im Hintergrund Regal mit Fachliteratur.
34
Punkte im Prüfkatalog für Bestandsobjekte
48 h
Ersteinschätzung bei kurzen Fristen
400+
erreichbare Kreditinstitute
0 €
Kosten für das Erstgespräch
FAQ

Häufige Fragen zu Immobilien als Kapitalanlage

Eine feste Grenze gibt es nicht. Entscheidend sind ein sicheres, ausreichend hohes Einkommen, eine saubere Schufa und die Fähigkeit, eine monatliche Unterdeckung von einigen hundert Euro dauerhaft zu tragen. Steuerlich getriebene Modelle wie Denkmalobjekte wirken erst bei höherer Progression spürbar.

Als Faustregel sollten mindestens die Kaufnebenkosten aus Eigenmitteln kommen, in Hamburg also rund 7,5 Prozent des Kaufpreises, zuzüglich einer Liquiditätsreserve. Mehr Eigenkapital verbessert die Kondition, weniger ist im Einzelfall möglich, aber teurer.

In guten Lagen deutscher Großstädte liegen Bruttomietrenditen häufig zwischen 2,5 und 4 Prozent, in kleineren Städten höher. Höhere Renditen sind fast immer mit höherem Risiko verbunden – schwächerer Standort, älterer Bestand oder schwierigere Mieterstruktur.

Nein. Eine WEG-Verwaltung übernimmt die gemeinschaftlichen Aufgaben, eine Sondereigentumsverwaltung zusätzlich Mieterbetreuung, Abrechnung und Neuvermietung. Kosten dafür gehören in die Kalkulation.

Zins und Tilgung laufen weiter. Deshalb gehört ein Mietausfallwagnis in jede Kalkulation und eine Liquiditätsreserve auf ein separates Konto. Als Orientierung: drei bis sechs Monatsraten.

Diese Frage lässt sich seriös nicht allgemein beantworten, und niemand kennt die Zinsentwicklung. Entscheidend ist, ob sich ein konkretes Objekt zu heutigen Konditionen rechnet und ob Ihre Situation die Belastung dauerhaft trägt. Wer nur auf einen besseren Zeitpunkt wartet, verliert Tilgungsjahre.

Nächster Schritt

Rechnen wir Ihre Situation durch

Im kostenfreien Erstgespräch klären wir Ihren Rahmen und ob eine Kapitalanlage zu Ihren Zielen passt.

CoGewinn ist ein Angebot der FSG Management GmbH und wird als Immobilienmakler und Darlehensvermittler nach § 34c GewO tätig. Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und stellen weder eine Anlageberatung, eine Steuerberatung noch eine Rechtsberatung dar. Rechenbeispiele sind vereinfacht, unverbindlich und bilden keine Wertentwicklung ab. Immobilien sind langfristige Investitionen und mit Risiken verbunden, unter anderem Mietausfall, Zins- und Wertänderungen. Für steuerliche Fragen ziehen Sie bitte Ihre Steuerberaterin oder Ihren Steuerberater hinzu.